Vortrag von Joachim Ungerer: Der Gottesfreund vom Oberland – ein Wegbereiter der Neuzeit –

Vortrag von Joachim Ungerer: Der Gottesfreund vom Oberland –  ein Wegbereiter der Neuzeit  –

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Im Gottesfreund vom Oberland, der wohl von 1317 bis 1421 lebte, begegnet uns eine Individualität, welche bedeutend in das Geistesleben Europas hineingewirkt hat, indem sie den Übergang in die Neuzeit vorbereitete; vor allem für einen neuen Weg der Gottessuche und der geistigen Schulung, aber auch für neue Sozialimpulse und die eigene Sinnfindung. In der Beschäftigung mit seinen hinterlassenen Schriften kann man die Wahrhaftigkeit seines Wesens erleben, ebenso seine Bedeutung für die Lösung unserer Gegenwarts-probleme, sowie seine tiefe Verbundenheit mit der Anthroposphie und der Christen-gemeinschaft.

Im Gottesfreund vom Oberland, der wohl von 1317 bis 1421 lebte, begegnet uns eine Individualität, welche bedeutend in das Geistesleben Europas hineingewirkt hat, indem sie den Übergang in die Neuzeit vorbereitete; vor allem für einen neuen Weg der Gottessuche und der geistigen Schulung, aber auch für neue Sozialimpulse und die eigene Sinnfindung. So war der Gottesfreund vom Oberland der spirituelle Lehrer von Johannes Tauler und anderen Persönlichkeiten, Mitbegründer der geistigen Lehrstätte „Zum Grünen Wörth“ in Straßburg, Führer einer verborgenen Bruderschaft von Gottesfreunden in der Schweiz und wichtiger Inspirator der mystischen Strömung im Spätmittelalter. Zusammen mit anderen Gottesfreunden versuchte er die Katastrophen der damaligen Zeit abzuwenden. Hervorzuheben sind seine Reise zu Papst Gregor im Jahre 1377 und die beiden großen Konvente von Gottesfreunden im Hochgebirge in den Jahren 1379 und 1380. Im hohen Alter erlebte er noch die Aufhebung des abendländischen Schismas durch das Konzil von Konstanz. Bis heute ist die Identität des Gottesfreundes verborgen geblieben. Der akademischen Forschung gilt er deswegen sogar als Fiktion, obwohl viele seiner Schriften und Briefe in den Urkundenbüchern der Johanniterkommende „Zum Grünen Wörth“ überliefert sind, vergleichbar in ihrem Umfang mit dem Neuen Testament. In der Beschäftigung mit diesen Schriften kann man die Wahrhaftigkeit seines Wesens erleben, ebenso seine Bedeutung für die Lösung unserer Gegenwartsprobleme, sowie seine tiefe Verbundenheit mit der Anthroposphie und der Christengemeinschaft. Der Vortrag, mit dem Schwerpunkt auf drei kaum bekannten Schriften des Gottesfreundes, soll eine Hinführung zu diesem Erleben sein.