Nachlese über den am 19. Juni bei uns in der Gemeinde gehaltenen Vortrag über die Dreifaltigkeitsikone.
Nachlese: Die Dreifaltigkeitsikone von Andrei Rubljow Am Freitag, dem 19. Juni 2026, fand ein Vortrag über die Dreifaltigkeitsikone von Andrei Rubljow statt. Die im Auftrag des Heiligen Sergius um 1411 entstandene Ikone zählt zu den bedeutendsten Kunstwerken Russlands und gilt als eine der bekanntesten Ikonen überhaupt. Ihre Gestaltung ist einzigartig und lässt vermuten, dass Rubljow die Dreifaltigkeit auf geistiger Ebene geschaut beziehungsweise sich ihr angenähert hat. Ein trotz 35 Grad bestens aufgelegter Arnaud de Jong führte die Anwesenden durch die sechshundertjährige Geschichte der Ikone – von der Zeit ihrer Entstehung, die durch die Mongolenstürme und einen von Sergius vorausgesagten Sieg über das Mongolenheer geprägt war, bis in die Gegenwart, in der die Ikone auf Geheiß Putins an die russisch-orthodoxe Kirche zurückgegeben worden ist. Gegen Ende des Vortrags zeigte Arnaud de Jong ein in Russland allgemein bekanntes Bild, das Putin und den Vorsteher der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill I., gemeinsam vor der Ikone zeigt. Die Frage der Vereinnahmung dieser tief im Volk verwurzelten religiösen Darstellung durch weltliche Macht leitete über zu einer längeren, stillen Betrachtung der Ikone, deren ätherisch-durchlässige Farbgebung bereits auf die dahinterliegende geistige Welt weist. „Man könnte meinen, die drei Gestalten sind über das Stirnchakra verbunden und tauschen darüber Informationen aus." – „Die Haltung der Drei drückt eine Sanftheit aus, die eintritt, wenn das Ego erlischt." Diese und andere Gedanken wurden geäußert, danach ging man in Stille hinaus.
Daniela Kempf, Gemeindemitglied